Die Stammfunktion F(x) und einfache Integrationsregeln
Hast du inzwischen den Graph der Ableitungsfunktion skizziert? Wenn nicht, dann jetzt!
Jetzt willst du natürlich wissen, wie der Graph der Ableitungsfunktion wirklich aussieht.
Abb. 8.1a.) (Lösung 1. Teil)
Graph einer Funktion
mit Graph
der zugehörigen Ableitungsfunktion
Außerdem soll in dasselbe Koordinatensystem der Graph derjenigen Stammfunktion zu gezeichnet werden, die durch den Punkt
verläuft. (Achtung:Nicht der Graph einer Stammfunktion von
, sondern der Graph einer Stammfunktion der Ableitungsfunktion
ist gesucht!)
Leitet man die Funktion ab, fällt die additive Konstante (Zahl ohne x, die addiert wird) weg. Wenn man danach umgekehrt
wieder integriert, kann man nicht mehr ohne weiteres auf die ursprüngliche additive Konstante C kommen. Alle Funktionen der Form
haben die gleiche Ableitung
. Daher stellen alle Funktionen der Form
Stammfunktionen der Ableitungsfunktion
dar.
Die Graphen aller Funktionen ergeben sich durch Verschiebung von
nach oben oder unten. Die gesuchte Stammfunktion zu
soll durch den Punkt
verlaufen;also die y-Achse bei 2 schneiden. Der Graph
der Funktion
schneidet die y-Achse im Punkt
. So weißt du, wie viel du
verschieben musst, um die gesuchte Stammfunktion von
zu erhalten:
muss um 4,5 – 2 = 2,5 nach unten verschoben werden. Jetzt kannst du den verlangten Graph der Stammfunktion von
bestimmt zeichnen.
Die folgende Abbildung zeigt die komplette Lösung dieser Aufgabe.
Abb. 8.1b.) (Lösung komplett)
Graph einer Funktion
mit Graph
der Ableitungsfunktion
und Graphder gesuchten Stammfunktion zu
durch
Zusammenhang der Symmetrie von und
bzw. von
und
Vielleicht ist es dir an dem letzten Aufgabenbeispiel bereits aufgefallen, dass es einen Zusammenhang der Symmetrie von und
und somit auch von
und
gibt. Das liegt daran, dass sich beim Integrieren die Exponenten alle um 1 erhöhen bzw. beim Ableiten um 1 erniedrigen. Hat
beispielsweise nur ungerade Potenzen, dann hat die Stammfunktion nur gerade Potenzen, egal für welches C. Die additive Konstante C gilt nämlich als gerade Potenz von x, da man statt C auch
schreiben könnte und Null ist eine gerade Potenz.
Du weißt, dass eine Polynomfunktion genau dann punktsymmetrisch zum Ursprung ist, wenn ihre Gleichung nur ungerade Potenzen von x enthält, oder umgekehrt, dass sie achsensymmetrisch zur y-Achse ist, wenn sie ausschließlich gerade Potenzen von x enthält.
Ist beispielsweise punktsymmetrisch zum Ursprung, sind alle Stammfunktionen
zwangsläufig achsensymmetrisch zur y-Achse, egal für welches C. Wie kannst du dir das anschaulich vorstellen? Die additive Konstante C bewirkt nur eine Verschiebung um C nach oben oder unten, aber nicht etwa zur Seite. Die Verschiebung von
nach oben oder unten ändert aber nichts an der Lage der Symmetrieachse von
. Hat
die y-Achse als Symmetrieachse, dann gilt dies auch für
.