Die Stammfunktion F(x) und einfache Integrationsregeln
Nun wollen wir die soeben besprochenen Zusammenhänge in konkreten Aufgabenbeispielen anwenden. (Alle folgenden Aufgaben können auch von Schülern gelöst werden, welche die zweite Ableitung noch nicht im Unterricht behandelt haben.)
5. Bsp.:
Gegeben ist der Graph der Funktion
. Siehe Abbildung! (Alle Nullstellen von
sind ganzzahlig. Der Punkt
ist ein relativer Hochpunkt von
.)
Zeichne den Graph selbst auf ein Blatt Papier und skizziere im selben Koordinatensystem den Verlauf des Graphen
einer Stammfunktion F zu
. Die Stammfunktion F soll durch den Ursprung verlaufen.
Abb.:Graph einer Funktion
Lösung:
Mit Hilfe des Hochpunktes und den Nullstellen kannst du den Graph
abzeichnen. Die Nullstellen von
liegen bei
. (Die Zeichnung muss nicht perfekt sein;Hauptsache der Hochpunkt und die Nullstellen sind absolut korrekt und der Verlauf von
passt ungefähr.)
Es soll der Graph der Stammfunktion skizziert werden, die durch den Ursprung verläuft. Gegeben ist hier nur der Graph
, aber nicht der Funktionsterm von
. Man könnte jetzt natürlich versuchen, zuerst die Gleichung von
zu ermitteln, dann integrieren und die Konstante C so berechnen, dass die Stammfunktion
durch den Ursprung verläuft. Dann könnte man den Graph von
beispielsweise mit einer Wertetabelle zeichnen. Das ist in dieser Aufgabe jedoch gar nicht nötig. Es soll schließlich nur eine Skizze und keine genaue Zeichnung des Graphen von
angefertigt werden. Wir überlegen uns daher, welche Zusammenhänge zwischen
und
bestehen.
Wo oberhalb der x-Achse verläuft, muss
steigen.
Wo unterhalb der x-Achse verläuft, muss
fallen.
Wo die x-Achse schneidet, muss
einen Extrempunkt besitzen.
An der Abbildung ist zu erkennen, dass für
oberhalb der x-Achse verläuft. Somit muss
für
streng monoton steigend sein. In der Abbildung sieht man auch, dass
für
unterhalb der x-Achse liegt. Deshalb muss
für
streng monoton fallend sein. An der Stelle
schneidet
die x-Achse, hat dort also eine einfache Nullstelle.
muss daher bei
ein Extremum haben. Die Art des Extremums, also ob es ein Tief- oder Hochpunkt ist, wird mit Hilfe der Monotonie, d.h. mit dem Steigungsverhalten von
bestimmt. Zuerst steigt
, dann fällt er. Stelle dir das zum Beispiel mit kleinen Pfeilen vor:
Es muss sich um einen Hochpunkt von
handeln. Bei
hat
einen Hochpunkt. Entsprechend geht man nun in den anderen Bereichen vor. Im Bereich
verläuft
oberhalb der x-Achse und
ist in diesem Intervall streng monoton steigend.