Die Kettenregel
Nach diesem Prinzip erhält man beispielsweise auch die Ableitungen der folgenden Funktionen:
Du siehst, Funktionen der Form „e hoch irgendeine Funktion“ werden abgeleitet, indem man einfach die Ableitung der Funktion im Exponenten bildet und noch mit der ganzen Funktion selbst multipliziert.
Zu 6g.)
Hier noch einmal die Funktion, die abgeleitet werden soll:
Bei dieser Funktion stellt die innere Funktion v und die dritte Potenz die äußere Funktion dar. Da
nach x abgeleitet
ergibt, ist
nach v abgeleitet
. Weil v aber die von x abhängige, innere Funktion
darstellt, muss natürlich nachdifferenziert, also mit
multipliziert werden. Somit gilt:
Das ist schon das Endergebnis.
Anmerkung:
Das Quadrat könnte man zwar mit Hilfe der zweiten Binomischen Formelnochausrechnen, doch macht das die Ableitung nicht einfacher. In der Form lässt sich die Ableitung nämlich leicht gleich Null setzen und nach x auflösen, beispielsweise wenn man die Extrema der Funktion
berechnen wollte. Es gilt bekanntlich:
Notwendige Bedingung für relative Extrema:
Man müsste sich dann nur überlegen, für welche Werte von x die Klammer Null ergibt. Warum? Wie du sicher weißt, ist ein Produkt gleich Null, wenn einer der Faktoren Null ergibt. Der hintere Faktor unseres Produkts
ist immer positiv, so dass
nicht gleich Null werden kann. Der Faktor 3 kann sowieso nicht gleich Null sein;es muss also der Ausdruck
gleich Null sein, wenn man die Gleichung
lösen wollte. Der Ausdruck
ergibt nur dann Null, wenn
gleich Null ist. Man könnte daher bei der Berechnung der Extrema/des Extremums folgendermaßen vorgehen:
Wenn man dagegen die Ableitung mit Hilfe der zweiten Binomischen Formel
ausgerechnet hätte, hätte man die Ableitung in der Form
oder nach Ausmultiplizieren in der noch unpraktischeren Form
vorliegen. Dass sich weder die Gleichung
noch die Gleichung
schnell nach x auflösen lassen, dürfte einleuchten. Deshalb lassen wir die Ableitung in der nicht ausmultiplizierten Form
stehen und rechnen nicht weiter.
Zu 6h.)
Hier noch einmal die Funktionsgleichung:
Um diese Funktion abzuleiten, braucht man natürlich wieder die Kettenregel, wobei die ln-Funktion die äußere Funktion und die innere Funktion darstellt. Der Faktor 0,5 ist eine multiplikative Konstante, also eine Zahl ohne x, mit der multipliziert wird.