Das Newton-Verfahren
Der zweite Näherungswert , also die Nullstelle der Tangente
, würde genau mit dem Startwert
zusammenfallen. Der dritte Näherungswert
würde wieder mit
zusammenfallen, der vierte Näherungswert
mit dem Startwert
usw. Der gezeigte Startwert
ist somit völlig ungeeignet für die näherungsweise Berechnung der Nullstelle
der Funktion
mit dem Newton-Verfahren, weil sich dabei abwechselnd immer wieder die Werte
ergeben würden. Eine wirkliche Annäherung an den eigentlich gesuchten Wert
findet nicht statt.
Ein extremer Sonderfall für das Versagen des Newton-Verfahrens liegt vor, wenn eine sogenannte alternierende Folge der Form entsteht. Das bedeutet, dass sich immer wieder dieselben Werte nur mit unterschiedlichen Vorzeichen ergeben. Die Werte springen quasi immer zwischen
und
hin und her, nähern sich aber nie an die tatsächliche Lösung an. Das Newton-Verfahren versagt dann natürlich wieder. Bei manchen Funktionen passiert dies nur bei ganz bestimmten Startwerten, bei anderen tritt das Problem aber für beliebige Startwerte auf. Schauen wir uns ein konkretes Beispiel dazu an.
4. Bsp.:
Das Newton-Verfahren liefert bei der Nullstellenberechnung der Funktion für jeden von Null verschiedenen Startwert
eine alternierende Folge der Form
Die einzige Nullstelle x = 0 kann deshalb mit dem Newton-Verfahren nicht näherungsweise berechnet werden. Erkläre diese Tatsache an Hand einer Skizze!
Lösung:
Zuerst zeichnen wir den Graph der Funktion beispielweise mit einer Wertetabelle. Du kannst die Funktion aber auch erst einmal betragsfrei schreiben. (Näheres zum Betrag.)
In der betragsfreien Form erkennt man, dass für die Wurzelfunktion
gilt. Da die Wurzelfunktion die Umkehrfunktion der Normalparabel
ist, muss man den steigenden Ast der Normalparabel an der Winkelhalbierenden y = x spiegeln, um den Graph der Wurzelfunktion
zu erhalten. Für
gilt dagegen der zweite Teil der Funktion
. Den Graph von
erhält man durch Spiegelung des Graphen der Wurzelfunktion
an der y-Achse.
Abb.:Graph der Funktion
mit den Tangenten in den Kurvenpunkten
und
, wobei gilt:
In der Abbildung ist der Graph der Funktion dargestellt. Von einem beliebigen Startwert
geht man nun zu dem entsprechenden Kurvenpunkt
auf dem Graphen.
Wählen wir beispielsweise , wie auch in der Abbildung gezeigt. Dann lautet der Kurvenpunkt
, also
. Zeichnet man in diesem Punkt die Tangente
und schneidet diese Tangente mit der x-Achse, erhält man den Wert
.